grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

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gefährlichesUnwissen
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Re: grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

Beitrag von gefährlichesUnwissen »

Das habe ich auch schon festgestellt das man ordentlich über die empfohlene Tageshöchstdosis ComPlex dosieren muss. Aber da muss man Jörg gegenüber auch fair und ehrlich sein, das sein Produkt nicht dafür gedacht ist in einen fest nachweisbaren Bereich rein zu kommen. Daher gucke ich auch schon nach einem "Ersatz" für die tägliche Dosierung. Da bin aber auch ich persönlich das Problem, denn ich mag es einfach lieber einen festen Wert X zu dosieren, weil ich einen Wert X gemessen habe. Mit Korallen und Aquarium beobachten hab ich auch meinen Spaß bei aber ein Messwert zu ermitteln und daraufhin zu handeln liegt mir eher.
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aqua.mares.aquatics
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Re: grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

Beitrag von aqua.mares.aquatics »

Da hast du schon recht, für diese Mengen ist das ComPlex einfach nicht gedacht, aber wegen meines sehr geringen Besatzes muss ich einfach mit relativ großen Mengen an Nährstoffen gegensteuern.
Vorteil ist, dass PO4 bei verringerter Dosiermenge relativ zügig wieder runter geht ohne dass ich einen Adsorber nutzen muss.
Passiert mir hie und da auch wenn ich die Düse vom Abschäumer reinige, Luft-/Wassermenge gleich lasse und *zack* flutscht der Wert von 0,07 auf 0,02 und die Korallen zeigen wieder mal den Stinkefinger.

Mir persönlich ist es lieber, wenn die eingestellten Dosiermengen mit dem Verbrauch des Beckens zusammenpassen und ich nicht X-mal eingreifen muss.
Läuft gut solange der "Fehler vor dem Becken" nicht wieder auf dumme Ideen kommt, so wie das Licht zu verstellen, Abschäumer reinigen, etc.
:D Stephan
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gefährlichesUnwissen
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Re: grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

Beitrag von gefährlichesUnwissen »

--- Hier mal wieder Update ---

Was ist aus den Cyanos geworden?
Ganz einfache Antwort -> Nichts
Während der Dosierung des Fauna Marin Mittels haben sich die grünen und roten Cyanos nicht weiter ausgebreitet. Aber in der "Einwirkzeit" nach der täglichen Dosierung kamen die Biester wieder zum vorschein. Also hat das Mittel leider keine Wirkung gezeigt...

Die neuen AI Hydras hängen nun seit einigen Wochen über dem Aquarium und haben zu Beginn zu einer beträchtlichen Dinoplage geführt und haben ruck zuck Stickstoff und Phosphat in den nicht nachweisbaren Bereich gedrückt, wsr ja eh schon immer sehr niedrig. Die Tagesmaximalleistung der Lampen habe ich dann sofort um 25% reduziert sowie Violett und Ultraviolet komplett raus genommen. Die Zeit wurde auf 11 Stunden reduziert, das Spektrum ist übrigens Jörg seine Empfehlung für diese Lampen. Die Dinos sind aber nun weg und ich kann No2 mit 0,02mg/l und NO3 mit 3mg/l nachweisen. Phosphat wie so oft bei n.n. bis 0,01mg/l.
Leider kam ich eines Tages nach Hause und konnte nur noch einen toten Tangfeilenfisch aus der Pumpe ziehen. Mir war aber schon aufgefallen das dieser Fisch binnen kurzer Zeit schnell abgebaut hatte...
Heute sehe ich jedoch schon den nächsten "Todeskandidaten".
Der Fisch hat sich wohl vor ein paar Tagen mit einem Borstenwurm angelegt. Denn er hatte sehr kurze fast durchsichtige Borsten im Auge. Nun hat es sich wohl entzündet aber ich bekomme ihn trotzdem nicht gefangen. Im letzten Moment haut er ab, liegt aber abwesend auf dem Boden und haut nicht ab wenn sich jemand nähert.

Die Kugelalgen und auch Glasrosen verbreiten sich auch gerade sehr gut. Also leidet mein Becken an grünen Cyanos + rote Cyanos + Kugelalgen + Glasrosen. Es könnte nicht besser laufen und das sind solche Momente wo man einfach nur noch so davor sitzt. Um einen Neustart brauche ich mich nicht mehr winden, das Thema ist lange genug vor sich her geschoben worden.
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aqua.mares.aquatics
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Re: grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

Beitrag von aqua.mares.aquatics »

Servus Mario,

Fühle mit dir, denn ich war auch schon öfter mal an dem Punkt einfach alles hinzuschmeissen und neu zu starten.
Bin deinen Thread kurz von Anfang an nochmal durchgegangen und ich meine herauszulesen, dass du die besten Erfolge nur dann gehabt hast, als die Nährstoffe gut nachweisbar, die KH bei ca. 7-7,5 und die Beleuchtung konstant war.
Bin jetzt nicht wirklich groß in Erfahrung, da ich mein Becken auch erst seit ca. 1.5 Jahren betreibe, aber was ich bis dato immer gemerkt habe ist, dass die Korallen auf Veränderungen immer zuerst negativ reagieren und sehr lange brauchen, bis sie sich wieder wohlfühlen und schlussendlich auch wachsen und den Algen letztendlich Konkurrenz bieten.

Hohe KH und niedriges (schwankendes) PO4 nimmt mir jede Koralle sehr übel und wenn dann auch noch stark und lang beleuchtet wird, freut sich bei mir jede Alge (in meinem Fall Berge von Meeressalat und Kugelalgen).
Dazu noch schwankendes Iod und im aktuellen Fall sehr niedriges Kalium, dass ich ausgleichen musste.
(Schau´ dir mal meine aktuelle ICP an und du weißt sofort von was ich spreche.)

Jetzt kämpfe ich wieder mit schwankenden Werten bei Ca, KH, PO4 und N, nur weil Kalium nicht bei 390-400 sondern bei 360 war und die Korallen sind nicht so happy wie sonst.
Was noch dazukommt ist der pH-Wert, der jetzt nach den Wintermonaten (7,9-8,15) und weniger lüften um 0,15 (ja so gering) höher (8,05-8,30) ist und die Korallen mehr Gas geben wollen, aber nicht so gut können.
Wieder eine Schwankung mehr ...
Du siehst, dass der Satz "halte alles so konstant und im Optimum wie möglich" nicht von irgendwo kommt.
Kleine Änderungen haben auch bei mir Auswirkungen die ich noch Wochen (!) später merke.

Seit meinem letzten Crash, der mir einige Korallen gekostet hat, tue ich alles was nur geht um so konstant wie möglich in allen Belangen zu bleiben.
Jeden Tag messe ich Dichte (Spindel), Ca, KH und pH-Wert wird mir per Messgerät angezeigt --> jeden Tag justieren der Dosiermengen wenn die Werte abweichen.
Im Keller steht auch ein CO2-Messgerät wo ich sofort sehe, wenn mir der zu hoch steigt und dann muss gelüftet werden.
1-2mal pro Woche Messung von PO4 und NO3, bzw. wenn die oberen Werte etwas schief liegen dann auch täglich.
Strömungspumpen täglich von diversen Kugelalgen und Meeressalatblättern befreien.
1mal pro Woche check der Dosierpumpen, ob da auch das rauskommt was ich eingestellt habe.
Etc., etc., ...

Vor Plagen wie Glasrosen, Kugelalgen, EEFW und Montischnecken bin auch nicht verschont worden, aber auch hier bin ich dahinter mit jeden Tag mit Pipette die Biester von den Korallen abblasen/absaugen und am Wochenende Riffteile raus und mit der Zahnbürste ran.

Jetzt denkt wahrscheinlich jeder, dass ich einen an der Waffel habe mir das anzutun, aber seit ich das so praktiziere, läuft die Geschichte ganz gut.

Long story short Mario ... wenn du wirklich neu startest, dann ist das Zauberwort "Konstanz" oder Änderungen so laaangsam wie nur irgend möglich.

Ich drück´ dir jedenfalls alle Daumen wie auch immer du dich entscheidest !
Dateianhänge
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:D Stephan
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gefährlichesUnwissen
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Re: grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

Beitrag von gefährlichesUnwissen »

Das Thema aufgeben steht für mich eigentlich nicht zur Debatte. Ja, diesen Kampf hat definitiv die Biologie gnadenlos gewonnen aber ich möchte nicht hinschmeißen.
Mit meiner besseren Hälfte ist es schon geklärt das es einen Neustart geben wird aber dieser wird nicht überstürzt gemacht.
Ich möchte den Tieren so wenig Leid wie möglich zufügen, weshalb ein Quarantäne - Notfall Becken angeschafft wird.
Die Korallen werden auch übernommen da ich mit denen nun mal auch eine schöne Biomasse vom Start weg habe. Ausgedünnt wird natürlich trotzdem, alles was krank bzw. schwach aussieht wird einfach abgeknipst.
Das mit den Nährstoffen ist mir auch aufgefallen, weshalb ich dann von Anfang an die andere Schiene fahren werde. Also ich werde es versuchen alle Nährstoffe im gut nachweisbaren Bereich zu halten, auch weil es mir einfach ein deutlich besseres Gefühl gibt.
An Technik habe ich nun auch viel ausprobiert, manches leider unabsichtlich. Ein neuer Hangon Abschäumer läuft auch schon seit wenigen Wochen. Dieser hat ein Nadelrad und ist für Aquarien bis 300l geeignet. Der hält den PH Wert auch über Nacht viel besser oben. Besorgt habe ich mir den, weil der Tunze einfach immer weniger Leistung und Standzeit hatte, obwohl alles sauber und von mir regelmäßig gewartet wurde.
Ein Lichtmessgerät werde ich mir nochmal ausleihen, weil ich einfach nicht weiss wie stark das Licht wirklich ist. Das Spektrum mag stimmen aber ob die Intensität passt habe ich keinen Plan.
Der Start soll einfach nicht schon an den grundlegenden Parametern wie z.B. Licht scheitern.
Aber trotzdem muss ich noch das ein oder andere Planen und mir überlegen. Ob ich z.B. wieder Sand einfüllen werde, weil ich es optisch Tausend mal besser finde. Oder es gleich bleiben lasse, weil es ohne Sand besser zu kontrollieren ist...
Mal gucken wo die Reise hingeht.
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aqua.mares.aquatics
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Re: grüne Cyanos und ich komm nicht weiter...

Beitrag von aqua.mares.aquatics »

:D Freut mich zu hören, dass du weitermachst !

Wenn du startest folgende Tipps von meiner Seite.
RIFFGESTALTUNG:
Gestalte dein Riff so luftig und "mobil" wie möglich, sprich baue so, dass du jeden Stein auch mit den Korallen leicht aus dem Becken bekommst.
Hat mir den Umgang mit Parasiten und/oder Algen mehr als erleichtert und war bis dato die beste Entscheidung.
BELEUCHTUNG:
Starte wieder bei null, bzw. mit max. 9h und moderater Intensität/Spektrum ohne UV, Rot, Grün, etc. und auf keinen Fall irgend welche "Mondlicht-Spielereien".
PAR-Messgerät würde ich mir an deiner Stelle auf jeden Fall ausborgen, damit du abschätzen kannst wo du überhaupt landest.
Nimm´ die blaue Kurve von Jörg´s SEA-Z und stell´ die Leuchten danach ein.
Die Korallen werden sicher eindunkeln, aber das gibt sich in wenigen Monaten wieder wenn du schrittweise Zeit+Intensität+Spektrum hochfährst und das sehr laaaangsam.
NÄHRSTOFFE:
Glaube das war immer dein Grund-Übel dass das Becken nie wirklich sorgenfrei gelaufen ist.
PO4 immer im nachweisbaren Bereich so bei 0,05-0,10 halten (ich kippe +0,03 pro Tag in mein Becken und das ist schon ordentlich).
Ist zwar komplett entgegen die Philosophie von Sangokai, aber das Becken hat immer recht.
N dosieren nach Jörg´s Anleitung und auch darüber wenn´s sein muss.
SALINITÄT/Ca/KH/etc.:
Bin mit 35PSU, 425Ca und 7,0-7,5KH immer am Besten gefahren und da kann PO4 auch mal etwas runterrutschen, ohne das Gewebe wegfliegt.
Diese Werte versuche ich immer "anzunageln" und sobald einer nur ein wenig wegdriftet, steuere ich sofort dagegen.
:D Stephan
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