Anleitung f√ľr die Einzeldosierung mit dem BALANCE-System

Mit einer Einzeldosierung kannst Du ein Defizit im Calciumgehalt oder der KH schnell ausgleichen.

Allgemeine Hinweise

Wie schnell darfst Du Calcium und die KH anheben?

Calciumgehalt¬†und Karbonath√§rte geh√∂ren zu den wichtigsten Parametern, die wir in der Riffaquaristik dauerhaft √ľberwachen und kontrollieren m√ľssen. Die negativen Effekte, die sich ergeben k√∂nnen, wenn diese beiden Werte nicht optimal eingestellt sind, treten i.d.R.¬†nicht nur schnell auf, sondern beeinflussen auch unmittelbar¬†andere wichtige Parameter.

Eine Störung in der Skelettbildung von SPS-Korallen, z.B. durch einen zu geringen Calciumgehalt, verändert auch die Nährstoffaufnahme. Nur eine wachsende Koralle kann auch Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat aufnehmen und in Biomasse umwandeln. Ein gestörtes Wachstum von Steinkorallen kann also schnell einen Anstieg z.B. im Nitrat- oder Phosphatgehalt verursachen, was wiederum Auswirkungen auf andere Organismen wie Bakterien oder Algen hat.

Daher ist es wichtig, dass Du Defizite z√ľgig ausgleichst, d.h. innerhalb eines Tages! Oft wird empfohlen, dass man sowohl Calcium, als auch KH-Unterschiede nicht auf einmal ausgleichen soll, sondern nur in Etappen auf mehrere Tage verteilt. Manche¬†Empfehlungen gehen sogar soweit, dass nur ein bestimmter Betrag, z.B. nur 20 mg Ca/L oder 1¬įdKH pro Tag erh√∂ht werden darf.

Solche¬†Empfehlungen sind in ihrer alleinstehenden Aussage unsinnig und k√∂nnen Dich vor gravierende Probleme stellen. Die hier betrachteten Werte sind¬†viel zu wichtig, als dass Du Dir beim Defizitausgleich viel Zeit lassen k√∂nntest. Dar√ľber hinaus gibt es Riffbecken, die z.B. durch ein starkes SPS-Wachstum √ľber 20 mg/L Calcium t√§glich verbrauchen. Solch ein Becken k√∂nntest Du¬†schlichtweg gar nicht versorgen, hieltest¬†Du Dich an eine¬†Empfehlung, Calcium¬†t√§glich z.B. nur um 20 mg/L zu erh√∂hen.

Ein vergleichbares¬†Szenario w√§re, wenn in Deinem frisch gestarteten Keramik-Becken ein Calciumgehalt von 500 mg/L oder sogar h√∂her vorl√§ge. Hier w√ľrde¬†die¬†Karbonath√§rte durch den starken “Calciumdruck” t√§glich mitunter um 1,5-2¬įdKH absacken. Du k√∂nntest Deine¬†Karbonath√§rte also gar nicht in¬†einem optimalen Bereich halten, w√ľrdest¬†du t√§glich nur um 1¬įdKH erh√∂hen. Die chemische Carbonatf√§llung durch den hohen Calciumgehalt w√§re also schneller¬†als die¬†Nachdosierung und¬†Deine¬†Beckenentwicklung damit kritisch gest√∂rt.

Daher: gleiche Deine Defizite immer innerhalb eines Tages aus, wobei Du die auszugleichende Gesamtmenge auf mehrere Stunden verteilt zugeben solltest (mehr Infos dazu siehe unten).


Das wesentliche Problem beim Ausgleich gr√∂√üerer Defizite ist das jeweils proportionale chemische Verhalten von Calcium und Carbonat, bedingt durch die schlechte L√∂slichkeit f√ľr Kalk in Wasser. Wird Calcium stark erh√∂ht, steigt¬†die Wahrscheinlichkeit daf√ľr, dass ein Teil davon mit Carbonat zu unl√∂slichem Kalk ausf√§llt. Auch umgekehrt gilt: wenn die KH stark erh√∂ht wird, kann der Calciumgehalt sinken. Dadurch wirst Du in der riffaquaristischen Praxis oft den theoretisch berechneten Bezugspunkt nicht erreichen.

Beispielsweise kann¬†eine Anhebung des Calciumgehalts von 370 mg/L auf 420 mg/L bei einer KH von 8¬įdKH sehr wahrscheinlich nur zu einer effektiven Erh√∂hung auf 400 mg Ca/L praktisch beitragen. Gleichzeitig senkt sich wahrscheinlich die¬†Karbonath√§rte von urspr√ľnglich 8¬įdKH auf 7¬įdKH. Du musst also in einem zweiten Anpassungsschritt den Calciumgehalt nochmals um 20 mg/L auf die gew√ľnschten 420 mg/L anheben. Dabei¬†k√∂nnte die KH weiter auf z.B. 6,5¬įdKH sinken.

Die Schlussfolgerung, den Calciumgehalt nicht an einem Tag sofort von 370 auf 420 mg/L zu erh√∂hen, sondern nur langsam in mehreren Schritten, um keine Carbonat-F√§llung zu erzeugen, ist aus praktischer Sicht jedoch wenig n√ľtzlich. Ein Calciumgehalt unter 400 mg/L ist kritischer als eine Senkung der KH von 8¬įdKH auf 6,5¬įdKH. Damit w√§re die KH immer noch in einem absolut sicheren¬†Toleranzbereich.

Wenn Du den hier erl√§uterten¬†chemischen Zusammenhang zwischen Calcium- und Carbonat kennst, w√§re die korrekte Schlussfolgerung, den Calciumgehalt z√ľgig auf ein normales Niveau einzustellen und in einem zweiten Schritt ein m√∂gliches kleineres KH-Defizit auszugleichen. Im hier vorliegenden Beispiel also von 6,5 auf 7¬įdKH.

Wichtig ist, dass Du immer beide Werte gleichzeitig bestimmst und bei der Anpassung eines größeren Defizits einer der beiden Partner auch den anderen im Auge behältst. Wenn nötig, passt Du diesen in einem zweiten Schritt nochmals an. Dadurch hast Du in kurzer Zeit beide Werte optimiert und den Kalkhaushalt ausgeglichen.

Wenn Du bei einer Messung von Calcium und KH feststellst, dass beide Werte ausserhalb des Toleranzbereiches liegen, gilt immer die Regel, dass Du zuerst denjenigen Wert korrigierst, der den größten Defizitbetrag aufweist. Erst im zweiten Schritt stellst Du dann den anderen Wert ein. Liegen beide Werte, sowohl Calcium wie auch die KH sehr niedrig, kannst Du auch parallel erhöhen.

Lass Dir bei der Anpassung eines gr√∂√üeren Defizits gerne √ľber den Tag etwas Zeit. Wenn Du z.B. jede Stunde nur um 20 mg/L Calcium erh√∂hst, wird das Deinen Tieren aufgrund der gleichzeitigen Ver√§nderungen im Salzgehalt nichts ausmachen. Die KH kannst Du pro Stunde um 1¬įdKH erh√∂hen. Wichtig ist jedoch, dass am Ende des Tages Dein Calciumgehalt und Deine Karbonath√§rte wieder stimmen.

Beispiel: Calciumgehalt liegt bei 280 mg/L, KH liegt bei 4,5¬įdKH:

Du hast in diesem Beispiel ein Calciumdefizit von 140 mg/L (Bezugsgröße 420 mg/L, d.h. 420 Р280 = 140). Theoretisch könntest Du dieses Defizit sofort ausgleichen und auf 420 mg/L erhöhen. Es kann dabei aber vorkommen, das z.B. Acropora-Arten durch die Zugabe einer konzentrierten Calciumchlorid-Lösung verstärkt abschleimen. Daher solltest Du die fehlenden 140 mg/L Calcium in idealerweise vier Portionen aufteilen, d.h. Du dosiert jeweils 4x 35 mg/L Calcium. Der Abstand zwischen den Dosierungen sollte dabei etwa zwei Stunden betragen. Wenn es zeitlich nicht anders möglich ist, kann auch eine Aufteilung in nur zwei Portionen, z.B. einmal morgens und einmal abends erfolgen (in diesem Beispiel also 2x 70 mL im Abstand von mehreren Stunden).

Genauso verf√§hrst Du mit dem KH-Defizit: bezogen auf eine g√ľnstige KH von z.B. 7,5¬įdKH hast Du in diesem Beispiel eine Fehlmenge von 3¬įdKH (7,5 – 4,5 = 3). Du teilst diese Gesamtmenge idealerweise auf drei Einzeldosierungen auf und¬†erh√∂hst die KH pro Dosis nur um 1¬įdKH im Abstand von mindestens einer Stunde. Auch hier w√§re es m√∂glich, die gesamte KH-Fehlmenge in nur zwei Einzeldosen einmal morgens und einmal abends aufzuteilen, wenn es zeitlich nicht anders zu handhaben ist.

Können sango chem-balance Ca-1/2 und sango chem-balance KH gleichzeitig dosiert werden?


Ca-1 und Ca-2 können immer gleichzeitig oder aufeinanderfolgend dosiert werden. Hier bestehen keine gravierenden chemischen Probleme.

Allerdings sollten Ca-1/2 und KH nicht gleichzeitig dosiert werden. Prinzipiell sollte zwischen der Dosierung von sango chem-balance Ca-1/2 und sango chem-balance KH eine kleine Pause von ca. 30 min. bestehen. Während dieser Zeit sind die dosierten Stoffe ausreichend mit dem Beckenwasser vermischt, so dass im Gesamtvolumen keine Bereiche mehr mit einer höheren Konzentration vorliegen, wodurch es zu chemischen Fällungen kommen könnte. Wenn es zeitlich bei einer Dosierung per Hand nicht anders geht, können Ca-1/2 und KH auch unmittelbar aufeinanderfolgend dosiert werden, wobei es dann zu beachten gilt, dass man Ca-1/2 und KH an unterschiedlichen Stellen in eine gute Strömung zugibt. Wenn möglich, sollte jedoch die Pause eingehalten und Dosieranlagen entsprechend programmiert werden.

Einzeldosierung zur Korrektur des Calciumgehalts

Wann ist eine Calcium-Einzeldosierung notwendig?

Um bestehende gr√∂√üere Defizite m√∂glichst schnell auszugleichen, solltest Du eine Einzeldosis anwenden, um den Calciumgehalt z√ľgig zu korrigieren. Damit schaffst Du die Grundlage f√ľr einen ausgeglichenen Kalkhaushalt und kannst darauf aufbauend mit der¬†BALANCE-Dauerdosierung Deine Werte stabil halten.

√úblicherweise ergibt sich z.B. durch das Skelettwachstum von Steinkorallen oder Kalkrotalgen ein gemeinsamer Verbrauch von Calcium und der KH.

Es gibt jedoch auch den Fall, dass Dein¬†Calciumgehalt im Verh√§ltnis zur KH zu niedrig ist. Du musst dann Deinen Calciumgehalt anheben, ohne die KH ebenfalls zu erh√∂hen. Die h√§ufigsten Ursachen daf√ľr sind:

РDu hast eine zu hohe Karbonathärte und dosierst zu viel KH-Lösung, bzw. Natriumhydrogencarbonat. Dadurch fällst Du aktiv Calcium aus.

– Du machst Wasserwechsel mit einem Meersalz, dass entweder eine zu hohe KH (>9¬į dKH), oder einen zu niedrigen Calciumgehalt aufweist.

Wie berechne ich eine Einzeldosis f√ľr Calcium?

Angenommen,¬†Du hast in¬†Deinem Riffaquarium einen Calciumgehalt von 405 mg/L gemessen und strebst¬†einen Sollwert von 420 mg/L an, dann hast¬†Du¬†ein Calciumdefizit von 15 mg pro Liter. Wenn Du dieses¬†Defizit mit Deinem¬†jeweils vorliegenden Gesamtnettovolumen (also Beckenvolumen zuzgl. dem Volumen des Technikbeckens und ggf. weitererer Refugien, Ablegerbecken, etc.) multiplizierst, erh√§ltst Du¬†das Gesamtdefizit f√ľr Dein Riffaquarium.

Wenn Dein Riffaquarium beispielsweise ein Gesamtnettovolumen von 750 L hat (650 L Beckenvolumen und 100 L Wasser im Technikbecken), entspricht Dein Gesamtcalciumdefizit 15 x 750 = 10.500 mg (10,5 g).

Deine Ca-1 Gebrauchslösung erhöht mit 2,5 mL pro 100 L den Calciumgehalt um 1 mg/L.

Du musst also Dein berechnetes Gesamtcalciumdefizit zun√§chst mit dem Gesamtnettovolumen multiplizieren, dann durch 100 teilen und mit dem Faktor 2,5 f√ľr die Ca-Zufuhr multiplizieren, um das genaue Dosiervolumen¬†f√ľr Deine¬†Ca-1¬†Gebrauchsl√∂sung zu erhalten. Die Formel dazu in der √úbersicht:

(CaSOLL ‚Äď CaIST) x¬†GNV :¬†100 x¬†2,5

Formel gesprochen: Calcium-Sollwert (CaSOLL) minus Calcium-Messwert (CaIST) mal Gesamtnettovolumen (GNV) geteilt durch 100 mal 2,5 = zu dosierendes Volumen der sango chem-balance Ca-1 Gebrauchslösung.

Beispiel: Calcium-Messwert = 405 mg/L, Sollwert = 420 mg/L. Gesamtnettovolumen = 750 L.

Schritt 1: 420 mg Ca/L ‚Äď 405 mg Ca/L = 15 mg Ca/L Fehlmenge Calcium pro Liter.

Schritt 2: 15 mg Ca/L x 750 L : 100 x 2,5 = 281 mL Gebrauchslösung.

Dosierst Du¬†in Deinem¬†750 L Aquarium 281 mL der¬†Ca-1¬†Gebrauchsl√∂sung, dann solltest Du bei einer normal hohen Karbonath√§rte von 7 ‚Äď 7,5¬įdKH einen neuen Calciumgehalt von ca.¬†420 mg/L messen¬†k√∂nnen. (Achtung: Fehlerquelle ist typischerweise ein falsch abgesch√§tztes Gesamtnettovolumen, oder eine zu hohe KH, so dass anteilig Kalk ausf√§llt).

Wichtig: um den √ľber das Ca-1 anteilig dosierten Chloridanteil im Riffaquarium gegen die √ľbrigen Massenelemente Schwefel (als Sulfat), Magnesium, Kalium, Brom, Fluor und Iod auszugleichen, musst Du die exakt gleiche Menge der chem-balance¬†Ca-2 Gebrauchsl√∂sung dosieren. Im obigen Beispiel also 281 mL Ca-1 und 281 mL Ca-2!

Dar√ľber wird die jeweilige Verf√ľgbarkeit von z.B. Kalium und der Halogene aufrecht erhalten.¬†Geschieht dies nicht, steigt im Meerwasser der Chloridanteil an, was als Konsequenz den Gehalt der √ľbrigen Massenelemente im Vergleich zu Chlorid und zum Anstieg in der Salinit√§t senkt. Ein solcher Zustand wird im Allgemeinen als Ionendisbalance oder ‚ÄěIonenverschiebung‚Äú bezeichnet. Insbesondere eine mangelnde Verf√ľgbarkeit von Kalium oder Brom k√∂nnen vor allem bei empfindlichen SPS Korallen zu Wachstums- und Farbproblemen f√ľhren. Dieses Problem wird durch die angepasste Dosierung von¬†sango chem-balance Ca-2¬†verhindert. Die Zusammensetzung von¬†sango chem-balance Ca-2¬†ist exakt an die Chlorid-Dosierung √ľber das¬†sango chem-balance Ca-1¬†angepasst.

Das BALANCE System ist im Aqua Calculator integriert! Du kannst zur Berechnung der Einzeldosierungen wie auch der Langzeitdosierungen den Aqua Calculator von Martin Kuhn im Premium Paket nutzen. Beachte jedoch die Hinweise und Erläuterungen zur korrekten Anwendung in dieser Anleitung.

Was muss ich bei der Calcium Anpassung beachten?

Liegt in Deinem Riffaquarium¬†die¬†Karbonath√§rte auf einem √ľberh√∂hten Level, z.B. bei 8¬įdKH oder h√∂her (> 8¬įdKH), besteht eine steigende Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil Deines zudosierten Calcium gemeinsam mit dem √úberangebot von Carbonaten schnell als unl√∂slicher Kalk ausf√§llt. Dadurch wirst Du mit Deinem Calciumgehalt nicht auf das von Dir errechnete Niveau kommen. Gleichzeitig wird¬†Deine¬†Karbonath√§rte wahrscheinlich leicht abfallen. Du musst also das neue Defizit erneut mit einer weiteren Einzeldosierung angleichen.

Es gilt also darauf zu achten, dass Du die Karbonath√§rte immer auf einem Niveau zwischen 7 – 7,5¬įdKH h√§ltst.¬†Siehe dazu auch die SANGOKAI Empfehlungen A-Z unter den Stichworten “Karbonath√§rte”, “Calciumgehalt” und “Kalkhaushalt-Stabilisierung”.

Die Einzeldosierung¬†von Calcium solltest Du bei entsprechenden Defiziten so lange wiederholen, bis Deine¬†KH in einem normalen Bereich¬†liegt. Daf√ľr musst Du nat√ľrlich Deine¬†Carbonat-Dosierung¬†so lange einstellen, bzw. kontrolliert so reduzieren, dass die Karbonath√§rte auf ein nat√ľrliches und damit Calcium-schonendes Niveau von 7 – 7,5¬įdKH sinken kann.¬†Dadurch kannst Du die¬†Effizienz der¬†Ca-1¬†Dosierung maximieren.

Beachte auch, dass Du bei einem Wasserwechsel mit einem sehr carbonatreichen Meersalz Ausf√§llungen von Calcium im Riffaquarium und damit eine Destabilisierung des Kalkhaushalts erreichen¬†kannst! Wenn Du einen routinem√§√üigen Wasserwechsel machen m√∂chtest,¬†empfehlen wir Dir im SANGOKAI System¬†einen Wasserwechsel von maximal 5% alle 2 Wochen, oder 2-3% pro Woche, mit einem nicht k√ľnstlich kalkangereicherten Meersalz.

Einzeldosierung zur Korrektur der Karbonathärte

Wann ist eine KH-Einzeldosierung notwendig?

Um bestehende Defizite m√∂glichst schnell auszugleichen, solltest Du eine Einzeldosis anwenden, um die KH¬†z√ľgig zu korrigieren. Eine korrekte Einstellung der optimalen Werte f√ľr Calcium und KH sind Voraussetzung f√ľr eine sichere BALANCE-Dauerdosierung!

√úblicherweise ergibt sich z.B. durch das Skelettwachstum von Steinkorallen oder Kalkrotalgen ein gemeinsamer Verbrauch von Calcium und der KH.

Es gibt jedoch auch den Fall, dass Deine Karbonath√§rte¬†im Verh√§ltnis zum Calciumgehalt zu niedrig ist. Du musst dann die¬†KH separat anheben, ohne den Calciumgehalt¬†zu erh√∂hen. Die h√§ufigsten Ursachen daf√ľr sind:

– Du hast ein neues Riffbecken, dass z.B. durch das Wachstum nitrifizierender Bakterien Carbonat verbraucht. Dadurch kann die KH schneller sinken als der Calciumgehalt.

– Deine Riffdekoration gibt viel Calcium ab und erh√∂ht dar√ľber einseitig den Calciumgehalt teilweise auf √ľber >500 mg/L. Dazu geh√∂ren stark gereinigtes und nicht ausreichend gew√§ssertes totes Riffgestein, keramische Dekorationsmaterialien und auch feiner toter Kalksand.

– Du hast eine √ľbertriebene Calciumdosierung und erh√∂hst den Calciumgehalt zu stark, wodurch sich Calcium rasch mit Carbonat zu unl√∂slichem Kalk ausf√§llt. Dadurch sinken sowohl Calcium als auch die KH. M√∂glicherweise denkst Du, dass Deine Calciumzufuhr nicht hoch genug war und erh√∂hst die Ca-Zufuhr weiter, was das Problem weiter¬†verschlimmert!

РDu machst Wasserwechsel mit einem Meersalz, dass einen zu hohen Calcium- und/oder Magnesiumgehalt aufweist. In nur seltenen Fällen kann auch der Carbonatgehalt im Meersalz zu gering sein.

Wie berechne ich eine Einzeldosis f√ľr die Karbonath√§rte?

F√ľr die Berechnung der Dosiermenge der sango chem-balance KH-Gebrauchsl√∂sung gilt der¬†gleiche Rechenweg wie f√ľr Ca-1 und Ca-2.

Deine 10 L KH-Gebrauchsl√∂sung erh√∂ht¬†mit 40¬†mL pro 100 L die¬†Karbonath√§rte um 1¬įdKH.¬†

Du musst also Dein KH-Defizit zun√§chst mit Deinem Gesamtnettovolumen (GNV) multiplizieren, um das absolute Defizit f√ľr Dein Riffaquarium zu berechnen. Letzteres dividierst Du¬†durch 100 und multiplizierst¬†abschliessend mit dem Faktor 40, um das genaue Dosiervolumen¬†f√ľr Deine KH-Gebrauchsl√∂sung zu erhalten.

Formel: (KHSOLL ‚Äď KHIST) * GNV / 100 * 40

Formel gesprochen: KH-Sollwert (KHSOLL) minus KH-Messwert (KHIST) mal Gesamtnettovolumen (GNV) geteilt durch 100 mal 40 = zu dosierendes Volumen der chem-balance KH Gebrauchslösung.

Beispiel: KH-Messwert = 6,2¬įdKH, Sollwert = 7,5¬įdKH. Gesamtnettovolumen = 750 L.

Schritt 1: 7,5¬įdKH ‚Äď 6,2¬įdKH¬†= 1,3¬įdKH¬†Fehlbetrag.

Schritt 2: 1,3¬įdKH¬†x 750 L / 100 * 40 = 390 mL KH-Gebrauchsl√∂sung.

Wenn Du¬†in diesem 750 L Aquarium 390 mL¬†sango chem-balance KH-Gebrauchsl√∂sung dosierst, solltest Du bei einem normal hohen Calciumgehalt¬†von 415¬†‚Äď 425¬†mg/L¬†eine neue¬†KH¬†von circa 7,5¬įdKH¬†messen (Achtung: Fehlerquelle ist typischerweise ein falsch abgesch√§tztes Gesamtnettovolumen, oder ein zu hoher Calciumgehalt, so dass anteilig Kalk ausf√§llt).

Das BALANCE System ist im Aqua Calculator integriert! Du kannst zur Berechnung der Einzeldosierungen wie auch der Langzeitdosierungen den Aqua Calculator von Martin Kuhn im Premium Paket nutzen. Beachte jedoch die Hinweise und Erläuterungen zur korrekten Anwendung in dieser Anleitung.

Was muss ich bei der KH Anpassung beachten?

Liegt in Deinem Riffaquarium der¬†Calciumgehalt auf einem √ľberh√∂hten Level, z.B. h√∂her als (>) 450¬†mg/L, besteht eine steigende Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil Deines dosierten Carbonat gemeinsam mit dem √úberangebot an¬†Calcium¬†schnell als unl√∂slicher Kalk ausf√§llt. Dadurch wirst Du mit Deiner¬†KH nicht auf das von Dir errechnete Niveau kommen. Gleichzeitig wird¬†Dein Calciumgehalt wahrscheinlich leicht abfallen. Du musst also das neue Defizit erneut mit einer weiteren Einzeldosierung angleichen. Hierbei sind die Zusammenh√§nge identisch mit einer erh√∂hten KH bei der Dosierung von Calcium, nur umgekehrt!

Es gilt also darauf zu achten, dass Du Deinen¬†Calciumgealt¬†immer auf einem Niveau zwischen 415-425 mg/L¬†h√§ltst und eine Erh√∂hung auf >430 mg/L vermeidest.¬†Siehe dazu auch die¬†SANGOKAI EMPFEHLUNGEN A-Z (SEA-Z)¬†unter den Stichworten “Karbonath√§rte”, “Calciumgehalt” und “Kalkhaushalt-Stabilisierung”.

Insbesondere in einem frisch gestarteten Riffaquarium ergibt sich regelm√§√üig ein starker KH-Verbrauch. Das liegt daran, dass sich in der Startphase Mikroorganismen entwickeln, die Carbonate verbrauchen, z.B. nitrifizierende Bakterien oder auch Mikroalgen. Dabei wird bis zum Erreichen einer stabilen Mikrobenpopulation die KH oft schneller und v.a. unabh√§ngig vom Calciumverbrauch sinken. Diese individuell unterschiedlichen Defizite musst Du ausgleichen, wof√ľr sich kontrollierte Einzeldosierungen anbieten.

Ebenfalls problematisch sind stark erh√∂hte Calciumkonzentrationen durch die Freisetzung von Calcium aus Dekorationsmaterialien und Bodengrund aus totem Kalk. Hierbei gilt, je h√∂her die Gesamtdekorationsoberfl√§che ist, desto st√§rker ist auch das Ausma√ü der Freisetzung von Calcium. Der erh√∂hte Calciumgehalt “dr√ľckt” dabei dann die KH runter, weil sich chemische F√ľllungsreaktionen ergeben. Auch wenn dies keinen biogenen Verbrauch darstellt, muss die KH aufgrund ihrer Wichtigkeit f√ľr die Entwicklung von Mikroben sowie als Puffersystem rasch und unabh√§ngig von einer Calciumdosierung angepasst werden!